Sturzgefahr - schnell passiert, lange gelitten


Es passiert täglich. Im Alter ab 80 Jahren stürzt gemäss BfS beinahe jede dritte Person mindestens einmal pro Jahr. Bei den 65- bis 79-Jährigen sind es 23.4%.

Der Sturz alleine ist nicht der Tiefpunkt, sondern leider häufig der Anfang einer längeren Leidensgeschichte. Abgesehen von einer gebrochenen Hüfte oder einer ausgerenkten Schulter darf man die psychischen Folgen nicht unterschätzen. Der Fehltritt kann der Grund für die Aufgabe einer selbständigen Lebensweise sein. Von einem Moment auf den anderen ist die Freiheit weg und man ist auf fremde Hilfe angewiesen. Nicht selten, dass ältere Personen in diesem Moment aufgeben.

Sprechen Sie deshalb mit Ihren Eltern über die Gefahr und nutzen Sie die zahlreichen Hilfsmittel, die Stürze vermeiden.


ALLGEMEIN

  • ·Bewegung: Tägliches Bewegungstraining hilft Muskeln fit zu halten und schult die Balance

  • Reinigungsarbeiten: Was geht noch gefahrlos? Welche Arbeiten sollte man nun an Jüngere abgeben?

  • Teppiche: Wo wird es rutschig? Antirutschmatten (Mikros, Coop, IKEA) sind eine einfache aber wirkungsvolle Lösung.

  • Finken: Sind die Finken altersgerecht? Geben Sie genügend Halt? Wären in gewissen Situationen Rutschsocken angebracht?

  • Beleuchtung: Sind alle Räume ausreichend beleuchtet? Wo sollten defekte Leuchten ersetzt oder neue angebracht werden?

  • Hindernisse: Räumen Sie Stolperfallen aus dem Weg (z.B. kleine Möbel, Garderoben, Schuhregale, Stühle).

KÜCHE

  • Geschirr: Ist die Aufbewahrung des Geschirrs noch altersgerecht? Welche Artikel werden am häufigsten benötigt? Sind diese gut sichtbar/griffbar?

  • Kochen: Sind die Hilfsmittel zum Kochen gefahrlos in Griffnähe?

  • Treppen: Werden noch kleine Steighilfen verwendet? Sind die noch sicher oder sollten die besser aus der Küche verbannt werden? Am besten auch gleich wackelige Stühle eliminieren oder reparieren lassen.

BAD

  • Dusche/Badewanne: Matten einlegen oder Antirutschstreifen ankleben, Handgriffe bei Badewanne montieren? Duschsitz für die Dusche?

  • Pediküre: Balanceakt auf einem Bann sind nicht mehr zeitgemäss - Stuhl ins Bad stellen? Ein Pédicure-Abo ist übrigens ein wertvolles Geschenk für Eltern.

TREPPEN/KORRIDORE

  • Festhalten: Handlauf montieren (vom Profi oder aus dem Baumarkt)

  • Fixieren: Bodenbeläge auf Rutschfestigkeit kontrollieren

  • Lichtquelle: Beleuchtung überprüfen - vielleicht hilft auch ein Bewegungsmelder?

HAUS- ODER WOHNEINGANG

  • Barrierefrei: Ist der Zugang frei? Schneeräumung im Winter organisieren? Licht mit Bewegungsmelder?

WINTER

  • Winterprofil: Wie sehen Schuhe und Gehstock aus? Sind Spikes montiert? Müssen Sohlen repariert werden?

  • Glatteis: Nichts erzwingen. Bei eisigen Temperaturen und Glatteis lieber mal drinnen bleiben. Können Nachbarn für den Einkauf engagiert werden? Lebensmittel im Online-Shop selbständig oder durch Freunde bestellt werden?

Bringen Sie die Checkliste beim nächsten Besuch mit und laufen Sie mit Ihren Eltern durch die Wohnung oder das Haus: Bewegungstraining und Bewusstseinsförderung auf einen Streich.