Kommt Schwung in die Alterspolitik?

Die Paul Schiller Stiftung bringt mit einer von ihr in Auftrag gegebenen Studie konkrete Vorschläge, wie die Schweizer Altersbetreuung in Zukunft aufgestellt sein könnte.


Die Stiftung in Zürich setzt sich im Sinne ihres gleichnamigen Gründers seit über 40 Jahren für gemeinnützige Werke aller Art ein. Aktuell widmet sich die Stiftung auch dem Thema des Altern in der Schweiz. Bekanntlich wird in der Schweiz der Anteil der alten Menschen massiv steigen . Wenn die geburtenstarken Jahrgänge (1963-1974) in der Schweiz in Pension gehen, eine hohe Lebenserwartung besteht und eher geburtenschwache Generationen nachfolgen, muss sich die Schweiz für die Zukunft warm anziehen. Es geht nicht mehr nur um Alterpflege im herkömmlichen Sinn. Es gilt, die Betreuung im Alter als Ganzes zu betrachten - denn die Babyboomer möchten auch als Senioren selbstbestimmt leben und ihre Töchter und Schwiegertöchter sind wohl kaum dazu bereit, ihren Beruf zugunsten der familiären Pflege an den Nagel zu hängen.


Gute Betreuung muss neu definiert werden

Auf ihrer Website schreibt die Stiftung: "Die Betreuung und Pflege im Alter ist neben der Finanzierung der Altersvorsorge das zentrale Thema der Alterspolitik in der Schweiz. Aus Sicht der Paul Schiller Stiftung konzentrieren sich die öffentlichen Leistungen heute zu einseitig auf die Alterspflege. Das weite Feld der Betreuungsarbeit ist ungeregelt. Dies muss sich ändern, um ein zunehmendes soziales Ungleichgewicht im Alter zu vermeiden. Im Hinblick auf den demografischen und gesellschaftlichen Wandel ist ein neues, umfassendes Verständnis von guter Betreuung im Alter nötig. Damit Menschen auch im hohen Alter selbstbestimmt und möglichst lange selbständig leben können."


Sieben Forderungen für ein würdiges Altern

Im März 2018 veröffentlichte die Paul Schiller Stiftung eine Recherchestudie der Fachhochschule Nordwestschweiz zum Thema «Gute Betreuung im Alter», die unter der Leitung von Professor Carlo Knöpfel entstanden ist. In ihrem Bericht zur Studie stellt die Stiftung sieben Forderungen auf, um der Betreuung im Alter zukunftsorientierte Perspektiven zu geben. Und um allen Menschen in der Schweiz ein Recht auf ein würdiges Altern zu garantieren. Die Forderungen der Paul Schiller Stiftung konzentrieren sich auf die folgenden Themen:

  1. Anrecht auf Betreuung gesetzlich verankern

  2. Integratives Versorgungsmodell schaffen

  3. Bezahlbar für alle

  4. Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen

  5. Professionalität und Anerkennung

  6. Beziehungsarbeit und Entschleunigung der Betreuungsarbeit

  7. Präventionsarbeit – ambulant und stationär


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Auch den Politikern ist die Problematik bekannt, bleibt zu hoffen, dass sie sich dank der inspirierenden Vorlage der Paul Schiller Stiftung nun ebenfalls damit auseinandersetzen.


Hier finden Sie Informationen zur Paul Schiller Stiftung und den sehr lesenswerten Bericht zur Studie.


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