Ehepaar im Ruhestand baut altersgerechtes Haus mit 5 Wohnungen

Altersgerechtes Wohnen – perfekt geplant

Wenn mir ein 70-Jähriger erzählt, es sei schon immer sein Traum gewesen, einmal ein eigenes Haus zu bauen, denke ich automatisch an ein beschauliches Häuschen für zwei Personen. Hier aber ist von einem Haus die Rede, das nicht nur über eine Attika-Wohnung für die Besitzer, sondern noch vier weitere Mietwohnungen mit 3 ½ Zimmern verfügt. Alles während 3 Jahren minutiös und vor allem absolut altersgerecht geplant – nicht nur für die Eigentümer, sondern auch für die Mieter.



Eigentums-Standard für alle Wohnungen

Als das Ehepaar im Ruhestand das Nachbarsgrundstück erwerben konnte, war für sie klar, dass sie hier ihr Haus bauen, wo sie bis ins höchste Alter bleiben werden. Entstanden ist ein kubischer moderner Neubau. Die Liegenschaft liegt im Grossraum Zürich, in urbaner Umgebung und ist sehr gut an die Öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Hinter den Mauern verstecken sich unzählige Raffinessen, die ein barrierefreies Wohnen ermöglichen. Treppenhäuser mit beidseitigen Handläufen und Teppichen machen bereits die Ankunft bis zum Wohnungseingang sicher. Die Wohnungen sind nicht – wie heute üblich – mit Fussbodenheizungen, sondern mit Radiatoren an den Wänden ausgestattet. Gerade ältere Menschen schätzen es, wenn sie die Wärme selbständig und rasch regulieren können.



Selbstständig wohnen in der Nähe der Kinder

Beim Vermietungsprozess der Wohnungen – allesamt im Eigentum-Standard ausgestattet – haben die Besitzer auf einen guten Mix in der Mieterschaft geachtet. So ist neben einem jüngeren Paar beispielsweise auch ein älteres Ehepaar eingezogen. Leider ist der 90-jährige Gatte unterdessen verstorben, umso mehr macht sich nun jedoch die unmittelbare Nähe des Sohnes bezahlt. Er lebt mit seiner Familie praktisch in Sichtdistanz und hatte seine Eltern davon überzeugt einzuziehen. Die Seniorin ist rüstig und führt ihren Haushalt komplett selbstständig, aber wenn sie einmal gesundheitlich angeschlagen ist, kann der Sohn bei Bedarf und Notwendigkeit vorbeischauen. Natürlich sei ihr der Umzug nach 40 Jahren nicht leichtgefallen, aber dafür könne sie dank dieser Lösung nun noch lange selbstständig wohnen, so die Witwe. Auch zwischen den Vermietern und der Witwe besteht ein herzliches Verhältnis.


Tipp vom Bauherr: „Wer im Ruhestand bauen oder modernisieren möchte, tut gut daran, sich über die Möglichkeiten von barrierefreiem Wohnen zu informieren. Eine von verschiedenen Inspirationsquellen war für uns auch mal ein Tag der offenen Tür in einer neuen Alterssiedlung. Es ist schön zu wissen, dass beispielsweise eine Gehschwäche im Alter kein Grund ist, unsere gewohnte Umgebung plötzlich verlassen zu müssen.“

Worauf achten beim altersgerechten Bauen?

Die privaten Bauherren haben ihr Projekt mit viel Leidenschaft geplant und umgesetzt. Fragt man sie nach den wichtigsten Kriterien, die es für altersgerechtes Bauen zu berücksichtigen gibt, folgt eine Liste mit scheinbar einfachen, aber höchst komfortablen Anpassungen:

  • Dichte Wohnungstüren zur Lärmreduktion

  • Möglichst wenige Türen in der Wohnung

  • Freundliche Räume mit pflegeleichten Materialen wie Feinsteinzeug und hellem Eichenparkett

  • Durchdachte Beleuchtung, genügend Steckdosen

  • Nachtbeleuchtung zwischen Schlafzimmern und Nasszone

  • Waschmaschine und Tumbler in der Wohnung

  • Garderobe und Einbauschränke

  • Glasfasernetz und Multimedia System mit Steckdosen in allen Zimmern

  • Bündige Bodenbeläge

  • Radiatoren statt Bodenheizung

  • Schwellenloses und pflegeleichtes Badezimmer mit begehbarer grosszügiger Dusche (keine Badewanne) und mit Dusch-WC

  • Negativputz an den Wänden zur Reduktion von Verletzungsgefahren

  • Bündige Arbeitsflächen in der Küche, die u.a. mit Steamer, Induktionsherd, Geschirrspüler und zweiteiligem Kühl-/Gefrierschrank ausgestattet ist

  • Keine Türschlösser an den Zimmertüren (ausser Bad)

  • Schallschluck-Kippfenster und elektrische Fensterstoren

  • Digitale Eintrittskontrolle zur Haustüre mit Eingangskamera und Gegensprechstelle

  • Gedeckter Balkon mit Sichtschutz-Balkongeländer und Allwetterstore

  • Personenlift genügend gross für Rollstuhl mit Begleitperson


Grundriss der Mietwohnung

Tiefgarage mit Autolift

Dass der Bauherr, ein Leben lang als planender Baufachmann tätig, gerne präzise und clever plant, zeigt sich in allen Details. Besonders eindrücklich ist die Tiefgarage, die man kaum erahnt, wenn man das Grundstück betritt. Um möglichst wenig Raum für eine Zufahrtsrampe zu vergeben, führt ein Autolift die Fahrzeuge in den Untergrund. Und von der Garage bis zum Treppenhaus oder zum Personenlift ist alles wieder barrierefrei und mit Handläufen ausgestattet.


Garten ohne Arbeit

Auch für den Garten wurde vorgesorgt: Der Garten funktioniert quasi als Selbstläufer – stundenlange Gartenarbeit oder wöchentliches Rasenmähen ist nicht nötig – die Pflanzen sind komplett von Kies umgeben und grünen und blühen praktisch ganz von alleine. Und auf dem Flachdach des Autolifts wurde ein ebenfalls autonomer Trockengarten angelegt, der die Bewohnerinnen und Bewohner beim Blick aus dem Fenster erfreut.


Gästezimmer im Haus

Im Erdgeschoss hat sich der Bauherr ein Büro eingerichtet, und zwar in Räumlichkeiten, die bei Bedarf auch in eine weitere Wohnung umgestaltet werden können. Und da für das Büro nicht die ganze Wohnfläche benötigt wird, ist auch noch ein Gästezimmer mit Bad entstanden. Dieses Zimmer können alle Hausbewohner für ihre Besucher mieten – ein Service, der uns absolut begeistert. Natürlich wurde auch hier an alles gedacht. Die Anschlüsse und Leitungen sind selbstverständlich schon vorbereitet, so dass eine zusätzliche Wohnung praktisch im Handumdrehen zur Verfügung stehen könnte.


Schlafstörungen – von der Ursache zur Lösung

Würden die beiden Privatleute, die sich mit ihrem kleinen Mehrfamilienhaus einem beachtlichen Projekt angenommen haben, mit ihrem Wissen von heute vieles anders machen? Nein, sie sind sehr zufrieden mit ihrem Werk. Die grosszügige Planungszeit mit dem verständigen und dienlichen Architekten hat sich nur gelohnt. Einzig gegen die starken Schlafstörungen nach dem Einzug in die neue Wohnung mussten sie noch eine Lösung finden. Nachdem Geopathologen die Schlafstörungen auf die drei Mobilfunkantennen in unmittelbarer Nähe zurückführten, wurden

  • 4 Lagen Carbontapete im Schlafzimmer angebracht.

  • Magnetfelder der Bodenarmierungseisen korrigiert

  • WLAN auf ideale Verbindung eingestellt (zB. 17.00 – 06.00 unterbrochen – über Multimediadose immer geschaltet). Dies liegt in der Verantwortung der Mieter.

  • Schnurloses Telefon auf ECO2 geschaltet

  • Stromunterbrechung für die Nacht für Schlafzimmer eingerichtet (mit Schalter neben Bett)

Seither ist am neuen Ort der Schlaf genauso tief und ungestört wie früher!


Für Generation2: Nicole Schweizer


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